Im Rahmen der Ausstellung Käthe Kollwitz “Je veux agir dans ce temps” im Museum für Moderne und Zeitgenössische Kunst in Straßburg, organisiert das Festival eine Vorstellung des unveröffentlichten Films Mutter Krausens Fahrt ins Glück von Phil Jutzi.

Filmplakat von Mutter Krausens Fahrt ins Glück von Käthe Kollwitz

Mutter Krausens Fahrt ins Glück von Phil Jutzi
(DE – 1929 – 133’ – stumm mit französischen Zwischentiteln)

1930, Berliner Arbeiterviertel Wedding. Die alte Mutter Krause untervermietet eine Wohnung, die sie selbst bereits mit ihrem Sohn und ihrer Tochter bewohnt an eine Prostituierte, ihren Sohn und ihren Zuhälter. Mutter Krausens mühsam aufrechterhaltene Ordnung bricht zusammen als sie zu Unrecht beschuldigt wird, das Geld ihres Arbeitgebers gestohlen zu haben.

Da der Film die unhaltbaren Lebensverhältnisse der armen Schichten während der letzten Jahre der Weimarer Republik denunziert, wurde er in 1933 auf Grund seiner prokommunistischen Absicht verboten. Bei seiner Arbeit ließ Phil Jutzi sich vom Werk zwei renommierter Illustratoren inspirieren, die ebenso mitwirkten: Heinrich Zylle und Käthe Kollwitz.

Käthe Kollwitz unterstützt den Regisseur Phil Jutzi, der seinen Film wie ein Diptychon gestaltet, in dem das Werk von Heinrich Zille (Co-Autor des Films) und das von Käthe Kollwitz miteinander verschmelzen. Beide Künstler entwarfen für diesen Film jeweils ein Plakat.
Durch ihre Illustrierungen wirft Mutter Krausens Fahrt ins Glück Fragen zum Thema Prostitution, Selbstmord und Kriminalität auf. Käthe Kollwitz’ Einfluss, der zwischen Expressionismus und sozialen Realismus schwankt ist eindeutig: Mutter Krausens Fahrt ins Glück ist eine Darstellung der sozialen Verhältnisse der Proletarier während der letzten Jahre der Weimarer Republik – Zeuge der politischen Krisen seiner Zeit.

Wann und wo?
Donnerstag, den 12. Dezemeber – 19:45 Uhr im cinéma Star St-Exupéry in Strasbourg