Der Case Studies Day des Festivals Augenblick 2026 ist ein Tag mit Branchen-Masterclasses, geleitet von internationalen Filmprofis. In diesem Jahr widmet sich das Programm alternativen Wegen, Filme zu produzieren, zu positionieren und zu bewerben, mit besonderem Augenmerk auf den Dokumentarfilm.

Der Tag bringt junge Filmschaffende aus ganz Europa, Produzent*innen aus Straßburg und der Region – viele von ihnen im Dokumentar- und Animationsfilm tätig – sowie Festivalgäste und internationale Branchenteilnehmende zusammen. Er dauert vom Morgen bis zum frühen Nachmittag und umfasst fünf aufeinanderfolgende Sessions von je 45 Minuten. Statt einer Abfolge einzelner Termine ist er als ein einziges, durchgehendes Gespräch angelegt: Ideen und Fragen, die eine Referentin oder ein Referent einbringt, fließen in die nächste Session ein und eröffnen nach und nach neue Perspektiven auf Produktion, Finanzierung, Positionierung und Publikumsarbeit.

Der diesjährige Schwerpunkt reagiert auf die tiefgreifenden Umbrüche, die die Filmbranche derzeit erlebt. Die Kriege in der Ukraine und in Palästina, politische Instabilität, wirtschaftlicher Druck und eine zunehmend fragmentierte Kulturlandschaft haben nicht nur die Bedingungen verändert, unter denen Filme finanziert und produziert werden, sondern auch die Wege, auf denen sie ihr Publikum erreichen. Unabhängige Filmemacherinnen und Produzentinnen müssen etablierte Modelle überdenken, neue Partnerschaften eingehen und andere Möglichkeiten finden, ihre Projekte beim Publikum lebendig zu halten.

Das Programm betrachtet diese Veränderungen aus mehreren, einander ergänzenden Blickwinkeln. Ein Schwerpunkt liegt auf der wachsenden Rolle des Impact Producing und darauf, wie Kommunikation, Pressearbeit, Outreach und Impact-Kampagnen schon früh Teil der Strategie eines Films werden können. Anhand konkreter Fallbeispiele sprechen die Referierenden darüber, wie sich Filme zu politisch heiklen Themen positionieren und vermitteln lassen und wie Filmschaffende mit Fragen der Zensur, der Verantwortung und des Schutzes dokumentarischer Protagonist*innen umgehen können.

Weitere Sessions widmen sich der Präsentation und dem Pitch von Projekten gegenüber Weltvertrieben und internationalen Partnern sowie der Frage, wie Produzent*innen die Position eines Films in einem immer stärker umkämpften Markt bestimmen können. Ein weiteres zentrales Thema ist die Nachhaltigkeit von Produktionsfirmen: alternative Finanzierungsansätze, aber auch die Haltung der Produzierenden und die Strategien, die nötig sind, damit ein Unternehmen in instabilen Zeiten tragfähig und widerstandsfähig bleibt. Schließlich bringt das Programm eine institutionelle Perspektive ein und beleuchtet die Förderung internationaler Dokumentarfilmproduktion sowie die sich wandelnde europäische Förderlandschaft.

Mit Referierenden aus Frankreich, Belgien und Tschechien und einem internationalen Publikum, das in Straßburg zusammenkommt, ist der Case Studies Day zugleich eine Reihe von Masterclasses und Ausgangspunkt für weiteren Austausch. Die Sessions eröffnen Gespräche, die sich in den Pausen, beim Mittagessen und über das offizielle Programm hinaus fortsetzen können. Die Teilnehmenden sind herzlich eingeladen, mit den Referierenden ins Gespräch zu kommen – und, ebenso wichtig, miteinander.

Ablauf

9h30 – 9h45   Empfang und Einführung

9h45 – 10h30   Sylvain Estibal

10h30 – 11h15   Julia Hammett-Jamart

11h15 – 11h30   Kaffeepause

11h30 – 12h15   Kristian Van der Heyden

12h15 – 13h30   Veronika Janatková

13h30 – 14h30   Mittagspause

14h30 – 15h15   Olivier Barbier

15h15 – 16h00   Julien Graff

Ort : Hôtel Hannong, 15 rue du 22 Novembre, 67000 Strasbourg

Eintritt frei (nach Verfügbarkeit der Plätze), Anmeldung erforderlich unter: service@festival-augenblick.fr